KURVE KRIEGEN

Kurve kriegen

Für wen gibt es Kurve kriegen?

In der Initiative können Kinder und Jugendliche im Alterssegment von acht bis 18 Jahren betreut werden, die in den letzten zwölf Monaten durch ein Gewaltdelikt oder drei Eigentumsdelikte polizeilich auffällig geworden sind und deren Lebensumstände von so vielen Problemen belastet sind, dass ein dauerhaftes Abgleiten in die Kriminalität droht. Mögliche Teilnehmer*innen werden von der Polizei ermittelt, von den beteiligten Jugendämtern oder anderen Institutionen vorgeschlagen.

Was macht Kurve kriegen?

Die betroffenen Familien erhalten das Angebot, durch die qualifizierten pädagogischen Fachkräfte von update betreut zu werden. Sie koordinieren die Hilfen und betreuen die Kinder sowie ihre Familien. In enger Abstimmung mit dem Jugendamt werden die Kinder und Familien durch individuelle Förderung, Freizeit- und Sportangebote sowie Elternarbeit unterstützt und begleitet. Die Teilnahmedauer beträgt mindestens 12 Monate. Zusätzlich zur persönlichen Betreuung durch die pädagogischen Fachkräfte erhalten die Teilnehmer*innen ein individuell zugeschnittenes Programm von ambulanten (kriminal-)präventiven Angeboten (z.B. Coolnesstraining, Erlebnispädagogik, Sozialkompetenztraining, Elterncoaching). Ziel der Maßnahmen ist es, die weitere Straffälligkeit des Kindes oder Jugendlichen zu verhindern. Dies gelingt unter anderem über die Steigerung der Handlungskompetenzen und die Förderung des Selbstwertgefühls.

Die pädagogischen Fachkräfte von update haben ihre Büros in den jeweiligen Polizeidienststellen und bilden gemeinsam mit den dort zuständigen polizeilichen Ansprechpartner*innen ein multiprofessionelles Fachkräfteteam. Das Fachkräfteteam überprüft regelmäßig, ob die Unterstützung durch die Initiative weiter notwendig und zielführend ist. Jugendliche, die über einen längeren Zeitraum keine neuen Straftaten mehr begehen und eine gute Sozial- und Delinquenz-Prognose erhalten, werden als Absolventen entlassen. Die Maßnahme endet spätestens mit dem 18. Geburtstag.

>> Das Angebot ist freiwillig und vertraulich. Kinder, die straffällig geworden sind, erfahren eine schnelle und unbürokratische Reaktion, Hilfe und Konsequenz. Betroffene Familien erhalten frühzeitig Unterstützung zur Bewältigung individueller Probleme. Die Kinder bekommen verlässliche, erwachsene Bezugspersonen angeboten, die Verantwortung übernehmen, unterstützen, aber auch Grenzen setzen. <<

Wie wirkt Kurve kriegen?

Die Initiative Kurve kriegen ist beim Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Sie wurde von renommierten Institutionen umfangreich evaluiert:

  • Kurve kriegen wirkt und erreicht die Kinder und die Familien.
  • Kurve kriegen verhindert Kriminalität und Opfer.
  • Kurve kriegen senkt Risikofaktoren und baut Schutzfaktoren auf.
  • Kurve kriegen schafft für die Teilnehmer*innen und deren Familien positive Perspektiven.
  • Kurve kriegen rechnet sich, für jeden eingesetzten Euro erhält die Gesellschaft bis zu zehn Euro zurück.

Bereits 2017 wurde Kurve kriegen in die „Grüne Liste Prävention“ des Landespräventionsrates Niedersachsen aufgenommen und wird seither von dort empfohlen.

Wo gibt es Kurve kriegen?

Das NRW-Innenministerium startete Kurve kriegen im Jahr 2011 mit acht Standorten als Modellprojekt. Nach der erfolgreichen Erprobung nehmen in NRW mittlerweile bereits 40 Kreispolizeibehörden mit über 300 Kommunen am Programm teil. Nur Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz in einer dieser Kommunen können Teilnehmer*innen von Kurve kriegen werden.

Aktuell stellt update die pädagogischen Fachkräfte an zwei Standorten:

  • Seit 2016: Polizeibehörde Bonn (Stadt Bonn, Stadt Königswinter, Stadt Bad Honnef, linksrheinischer Teil des Rhein-Sieg-Kreises)
  • Seit 2021: Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis (rechtsrheinischer Teil des Rhein-Sieg-Kreises)

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage www.kurvekriegen.nrw.de

Team Bonn (v.l.n.r.):
Gregor Winand, Svenja Kamphausen
(beide PFK von update),
KHKin Irmgard Küsters (PAP)

 

Team Siegburg (v.l.n.r.):
Markus Rieger (PFK von update),
KHK Jörg Seeger (PAP),
Jörg Cadsky (PFK von update)

Kurve kriegen rappt!

Sie sind ausgebildete Sozialarbeiter, Pädagogen und Logopäden und - sie sind Musiker.
Sie sind die „Rapagogen“.
Von sich selber sagen sie:
„Das Alleinstellungsmerkmal eines Rapagogen ist die Kombination von Kompetenzen aus dem Studium, der Praxis der Sozialarbeit und der authentischen Erfahrung als aktive Künstlerinnen und Künstler in der Welt der Rap-Musik“.
Und das nutzen sie auch für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ein großer Teil der jungen Menschen hört täglich Rap-Musik und für viele ist sie ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebenswelt. Diese Begeisterung für Rap kann man pädagogisch nutzen.
Die Rapagogen arbeiten in der Regel mit Schulklassen, aber seit einiger Zeit eben auch mit den Teilnehmern unserer Initiative.
Ihnen gelingt es, Zugänge zu den Schwierigsten zu finden. Mit „Rap“ als Medium den Weg in eine kriminalitätsfreie Zukunft zu ebnen, das gelingt tatsächlich. Und genau deswegen waren sie auch unlängst zu Gast auf der Klausurtagung der Initiative in Selm. Allerdings stellten sie dort nicht nur Ihre Arbeit und Methodik vor, sondern die etwa 140 teilnehmenden Polizisten und pädagogischen Fachkräfte waren auch gehalten, selber aktiv zu werden. Das, was die Rapagogen üblicherweise von den Teilnehmern erwarten, das war nun Aufgabe der Profis. Texten und reimen, was das Zeug hält. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein eindrucksvoller Song mit tiefgehendem Text.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage Whoami Academcy – rap is our culture (whoami-workshops.de)

Der „Kurve kriegen“-Rap. Reinhören lohnt sich!

Offizielle Einführung Initiative Kurve kriegen im Rhein-Sieg-Kreis

Kurve kriegen bei der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis: Kriminaldirektor Dirk Schuster, Pädagogische Fachkraft Markus Rieger, Landrat Sebastian Schuster, NRW-Innenminister Herbert Reul, Kreisjugendamtsleiterin Beate Schlich, Pädagogische Fachkraft Jörg Cadsky, Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider, Polizeilicher Ansprechpartner Kriminalhauptkommissar Jörg Seeger (von links nach rechts)
20.09.2021

Zum Artikel im Presseportal der Polizei Nordrhein-Westfalen, Rhein-Sieg-Kreis

 

So kommen wir ins Gespräch:

Standort Bonn:
Tel.: 0228 157 625
E-Mail: kurvekriegen.bonn@cd-bonn.de


Standort Rhein-Sieg-Kreis:
Tel.: 02241 541 4580
E-Mail: kurvekriegen.rhein-sieg-kreis@cd-bonn.de

Ansprechpartner:

Gregor Winand (Standort Bonn)
Markus Rieger (Standort Rhein-Sieg-Kreis)

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